Auschwitz-Gedenken mit Lesung und Musik in der St. Michaelis Kirche

Seit Altbundespräsident Herzog den 27. Januar, an dem 1945 die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit wurde, zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erklärt hat, findet alljährlich in Kooperation mit der Hamburger Autorenvereinigung eine Lesung in St. Michaelis statt.

Die Schriftstellerin Barbara Schirmacher wird am Sonntag, 27. Januar 2019 um 16.00 Uhr in der Kirche aus ihrem Werk „Otto Globig“ lesen. „Mein Großvater war einer der kleinen Leute. Er führte ein anständiges, unauffälliges Leben, wie unzählige andere auch. Dennoch wurde er verurteilt“, so Barbara Schirmacher. Denn eigens für die Anständigen, die sich unter der Gewaltherrschaft Hitlers nicht wegduckten, wurde 1934 das so genannte „Heimtückegesetz“ erlassen. Vornehmlich zur Einschüchterung sollte es dienen und war die Handhabe gegen jedwedes kritische Wort. Eine unbedachte Äußerung ihres Großvaters stürzte ihn ins Unheil; ein Unheil, behaftet mit Schuld und Scham, um das sich wie ein eiserner Gürtel das Schweigen legte.

Barbara Schirmacher wuchs in Heiligenhafen an der Ostsee auf. Sie studierte in Hamburg und Tübingen Pädagogik und Theologie und war etwa 20 Jahre lang Lehrerin. Dann ließ sie sich zur Psychotherapeutin ausbilden und arbeitete in eigener Praxis. Nach dem frühen Tod ihres ältesten Sohnes rückte sie das Schreiben in den Mittelpunkt ihres Lebens.

Manuel Gera wird die Lesung musikalisch auf der Orgel begleiten. Der Eintritt ist frei.

Um 18.00 Uhr wird der Abendgottesdienst zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus gefeiert. Die Predigt hält Hauptpastor Alexander Röder.